Es ist schwierig das Kommen des eigenen Todes anzuerkennen, um wieviel schwerer muss es sein, ihn unmittelbar vor sich zu wissen.
Martin Münnich
METIS Projekt

Tod

„Jetzt bin ich ein Gefangener. Mein Körper liegt in einer Zelle in Eisen, mein Geist ist im Gefängnis einer Idee. Einer schrecklichen, blutigen, unversöhnlichen Idee! Ich habe nur noch einen Gedanken, eine Überzeugung, eine Gewissheit: zum Tode verurteilt!“[1]

[1] Hugo, V.: Der letzte Tag eines Verurteilten, S. 13.

Im Gegensatz zum Verurteilten, aus dessen Perspektive Victor Hugo die Grausamkeit des durch Menschen gefällten Todesurteils beschreibt, wissen die meisten Menschen nicht, wann sie sterben werden. Die Uhr läuft von Beginn an runter, aber ihr Ticken rückt oft in den Hintergrund. Wer sich das eigene Ableben wirklich bewusst macht, kann oft körperlich spüren, welche Auswirkungen Ideen haben können. Denn von einer Todeserfahrung kann dabei ja nicht die Rede sein. Stattdessen ist es meist der Tod anderer Menschen, den wir erleben müssen und den wir im Vergleich zum kurzen Gedanken an den eigenen Tod nicht so leicht in den Hintergrund bannen können.

Menschen, wie auch einige weitere Tiere, besitzen Bewältigungsrituale für den Tod anderer. Sie nehmen Abschied vom Sterbenden, begraben die Leichen, trinken auf die Verlorenen. Die Einbettung des Sterbens von Verwandten und Bekannten in das Leben der Hinterbliebenen gibt der eigenen Geschichte Struktur. Den Tod eines Menschen habe ich nie gesehen, nur einen Teil des Sterbens. Ich erinnere mich nur äußerst vage an den vom Krebs geschlagenen Blick meines Opas, als ich diesen zum letzten Mal besuchte, in Begleitung meiner Eltern. Mein älterer Bruder wollte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mitkommen. Mir wurde berichtet, dass mein Opa danach gesagt habe, auf mich könne man sich verlassen. Das habe ich nie vergessen.
Er war ein strenger, arbeitsamer Mann. Als ich den Inhalt meiner Schultüte auf den Teppichboden ausbreitete, um ihn zu sichten, da mahnte mein Großvater mich, nicht alles auf einmal zu essen, sondern es mir sorglich einzuteilen. Wie mir erst viel später beim Nachrechnen auffiel, muss er zu diesem Tag meiner Einschulung schon schwer krank gewesen sein. Am Baggersee 10 Minuten vom Stadtrand entfernt hatte er zusammen mit meiner Oma lange Zeit ein winzig kleines Grundstück mit Bungalow gepachtet. Die hölzerne Hütte hatte er selbst mit aufgebaut, wie auch den Rest dieser kleinen „Siedlung“ am Wasser.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs floh er aus seiner Heimat im heutigen Tschechien, lernte wenig später seine zukünftige Frau kennen und baute sich ein neues Leben auf. Sie wussten gewiss, was Entbehrung ist und doch kenne ich ihn noch als jemanden, der Grünkohl stets als „Karnickelfutter“ bezeichnete und im Sommer am See fette Schweinswürste auf dem Grill wendete. Sein Darmkrebs hat diese Einstellung vermutlich geteilt. Wenn meine Eltern, mein Bruder und ich nach einem Tag am Schotterstrand, mit Kaffee und Kuchen und jenen besagten Würsten wieder nach Hause in die Stadt fuhren, lief er uns jedes Mal bis zum Tor der kleinen „Siedlung“ hinterher und trommelte zum Abschied auf den Kofferraum, mein Opa. Mein Bruder und ich überschlugen uns im Auto vor Freude.

Wäre ich ein anderer Mensch geworden, hätte ich ihn damals nicht dahinvegetieren sehen? Was hätte es mit mir gemacht, hätte ich seinen letzten Atemzug gesehen, den er erst getan habe, als alle Erwachsenen anwesend waren? 10 Jahre später verunfallte mein Bruder tödlich. Nach dessen Geburt sei Opa außer sich gewesen vor Freude. Mein letztes Gespräch mit meinem Bruder war ein Streit um den Sitzplatz vorm Fernseher. Eine meiner Omas starb im Heim. Beim letzten Besuch meinerseits erkannte sie mich nicht einmal. Sie war in ihrer Lebenszeit zurückgefallen auf ein Jahr, da ich noch nicht geboren war. Wir standen uns nie sonderlich nah. Als Sie zu Asche verbrannt vor uns in einer kleinen Urne auf ihre Versenkung in einem Erdloch wartete, hob die Rednerin Wegmarken des Lebens der Verstorbenen ans Licht. Spuren sich kreuzender Lebenswege. In den Nachwehen des Ersten Weltkriegs geboren, erlebte Sie ihre Jugend in der Zeit des deutschen Nationalsozialismus. Sie bekam drei Kinder von drei verschiedenen Männern. Ihr jüngstes Kind, meine Mutter, kam zur Welt, weil eine Freundin meiner Oma diese an einem Abend davon abhielt sie ins Schauspielhaus zu begleiten, das in der Nacht durch alliierte Bomben getroffen und so zur Todesfalle für alle sich darin befindenden Menschen wurde.

Ihr ältester Sohn rutschte vor ein paar Jahren daheim aus, lag zwei Tage auf dem Boden bevor er halb vertrocknet ins Krankenhaus gebracht wurde. Als es ihm wieder besser zu gehen schien, starb er allein in der Nacht im Bett des Spitals. Sein Bruder starb einen langen und qualvollen Tod. Jahr für Jahr schien er in sich hineinzuschrumpfen und irgendwann hielt seinen Körper nicht mal sein unbedingter Lebenswille zusammen. Seine letzten Momente wurden nur von seiner Frau begleitet, die bis zum Schluss meines Onkels Hand hielt. Ich frage mich oft, ob er, der doch immer leben wollte, den Tod im letzten Moment angenommen hat, oder ob er von diesem vielleicht in einem Augenblick der Ablenkung überrascht und gleichsam ausgeknipst wurde.
Es ist schwierig das Kommen des eigenen Todes anzuerkennen, um wieviel schwerer muss es sein, ihn unmittelbar vor sich zu wissen. In Tolstois Der Tod des Iwan Iljitsch wird unter anderem von der erfahrenen Ohnmacht angesichts solchen Schicksals erzählt. Das Innenleben des Protagonisten wird uns dort vor Augen gestellt und wir bekommen einen Eindruck vermittelt, als welche fast schon kosmologische Ungerechtigkeit das unabwendbare Dahinscheiden empfunden werden kann. Wir lesen aber auch vom Unwohlsein und der Heuchelei der Nächsten Iwan Iljitschs, welche sich der Sterbebegleitung nicht stellen wollen und ihn stattdessen mit leeren Genesungswünschen und Phrasen abspeisen und allein zurücklassen. Einzig der Iljitschs Diener stellt sich ehrlich dem Unvermeidbaren und hilft so seinem Herrn auch sein bisher verwirktes Leben einzusehen und einen Abschluss zu finden. Diese Form der Wahrhaftigkeit dem eigenen Leben gegenüber fand Iwan Iljitsch erst kurz vor seinem Ende.
Wenn man nicht in Panik und Sorge versinkt, scheint der Tod die Gedanken über das eigene Leben auch eigentümlich schärfen zu können. Schopenhauer meint gar, ohne die Aussicht auf das Ableben würde gar nicht philosophiert werden. Vielleicht fokussiert uns der scharfe Schnitt des Todes auf das Wesentliche, hebt uns aus der alltäglichen Plauderei über Banalitäten hinaus. Möglicherweise wird aber Gewöhnliches vom sich dem Tode Bewussten, vom Sterbenden oder seinem Begleiter auch als bedeutsamer wahrgenommen bzw. mit Bedeutsamkeit erfüllt. So zumindest beschreibt es der große japanische Dichter Issa in Die letzten Tage meines Vaters. Auch dort werden wir allerdings daran erinnert, dass zeitliche und räumliche Nähe zum Tod bzw. zum Sterbenden nicht ohne Weiteres dazu beitragen muss, sich von den eitlen Widrigkeiten des Seelenlebens zu lösen. Issas Schwiegermutter begegnet dem einst Verstoßenen Wanderdichter, der gekommen ist, um für den dahinscheidenden Vater zu sorgen, mit intriganter Zwietracht und ohne Nachsicht oder Anerkennung der involvierten Personen oder Umstände.
Es hilft eben nicht allein zu altern, um klüger oder gar weiser zu werden. Dennoch ergeben sich in der Lebenserfahrung manchmal Einsichten, die man durch Überlieferung vorangegangener Erfahrungen anderer nicht so einfach übertragen kann. Dann sehen wir z.B. rückblickend, wie wir hätten sein sollen als wir noch nicht so sein konnten. Manchmal wünschte ich dann, ich könnte noch einmal zurück und etwas Zeit mit den nunmehr Toten verbringen. Mit dem einem in eine Kneipe gehen, Bier und Doppelkorn trinken und seine starken Zigaretten rauchen. Dem Andern einfach zuhören, wenn er bröckelig ein Gedicht vorliest, das vorzutragen ihm doch offensichtlich wichtig war. Oder einfach nur ungesehen über einem Geburtstagsfest im Garten meiner Eltern schweben, um sie alle noch einmal ausgelassen zusammen zu sehen. Doch dieser nicht involvierte und enthobene Blick ist auch eine Illusion, die sich von Versäumnissen nährt, welche uns immer erst zu spät bewusst werden, wenn der Tod schon mitten in uns geweint hat.

Der Tod ist groß

Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
Lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.

(Rainer Maria Rilke)

                                                                                                                                                                                                    MM, Zürich

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Albumtext
Wahrheit

Die Erde ist eine Scheibe. Zwei mal zwei macht vier. Viren gibt es nicht. Zucker kann Karies verursachen. Die Wirtschaften der Welt werden von einer unsichtbaren Hand zum größtmöglichen Glück aller gelenkt.
Wahrheiten und Unwahrheiten bestimmen unser Leben. Welche Wahrheiten sind überhaupt relevant? Welche Illusionen gefährden eine gelungene Lebensführung?

Albumtext
Tod

Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
Lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.

Podcast
Alles ist Nichts - Einführender Podcast zum Daoismus (German)
Podcast mit Kai Marchal über den Daoismus, seine Hauptwerke und Hauptvertreter.
Liegt im Dao das Gute Leben verborgen? Wo muss ich es dann suchen? Was ist das Dao überhaupt?

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Ich selbst weiss nicht viel vom Tod, nur die Angst vor ihm kenne ich. Was mir sonst Zeitlichkeit, Lebenszeit und selbstverständliche Lebendigkeit ist, schrumpft dann zusammen auf ein schwarzes Loch, das mich zu verschlingen droht.
Anna Morawietz
Masterstudentin ETH Zürich

Der Sieg über die Todesangst und das Leben mit dem Sterben

Es war eine Fremde, eine schmale, feingliedrige Person, deren Bett ich vor einigen Jahren zum Gottesdienst eines Krankenhauses schob. Sie konnte sich nur noch schwach aufrichten, ihre wässrigen Augen schwammen in ihrem von weichen Falten durchzogenen Gesicht, häufig blickten sie ins Leere. Während des Gottesdienstes hielt ich ihre Hand, ohne zu wissen, was in ihr wühlte, wenn ihre Teilnahmslosigkeit unmerklich in Unruhe überging und dann unvermittelt wieder in Apathie umschlug. Gegen Ende des Gottesdienstes fingen ihre Lippen an, sich zu bewegen, erst lautlos, bis sie irgendwann in Dringlichkeit hervorbrachte: «Ich han so Angscht, ich han sone Angscht!» War es Angst vor dem Tod, Angst vor Schmerzen, Angst vor Einsamkeit, Angst vor dem Verlust der eigenen Handlungs- und Orientierungsfähigkeit in der Welt? Ich konnte sie nicht beruhigen und auch den Pfleger:innen gelang es nicht. Das gehört oft zum Sterben dazu, denke ich.

Ich selbst weiss nicht viel vom Tod, nur die Angst vor ihm kenne ich. Was mir sonst Zeitlichkeit, Lebenszeit und selbstverständliche Lebendigkeit ist, schrumpft dann zusammen auf ein schwarzes Loch, das mich zu verschlingen droht. Es ist eine diffuse Angst, losgelöst von konkreten Situationen der Lebensgefahr. Es ist die abstrakte Angst, irgendwann mit Sicherheit unendlich lange nicht mehr zu sein, eine Angst, die mir vorgaukelt zu wissen, was genau ‘unendlich-lange-nicht-mehr-sein’ bedeutet. Wobei mir eine unendliche lange Existenz in solchem Momenten auch nicht angenehmer erscheint. Aus Gesprächen weiss ich, dass nicht alle diese Todesangst haben. Einige haben ein tiefsitzendes Vertrauen, dass das Ende des Lebens keine Katastrophe ist, vielleicht sogar etwas Schönes. Für manche ist das Wissen um den Tod eine Erleichterung, die das Leben erst erträglich macht. Es gibt Menschen, denen gefällt die Vorstellung, irgendwann wieder zu dem zu zerfallen, aus dem sie zufällig entstanden sind und dass sie mit allen Existenzen des ganzen Universums teilen. Anderen erscheint der Tod einfach nicht relevant für ihr aktuelles Leben. Wieder andere fürchten sich eher vor dem Altern oder einem schmerzvollen Sterben als vor dem Tod selbst. 

Aus antiken Texten weiss ich, dass das Thema Vergänglichkeit und Tod Menschen schon lange beschäftigt. Geblieben sind mir, natürlich sehr verkürzt, Aussprüche wie: ‘Der Tod geht uns nichts an’ (Lukrez), ‘Der Tod ist nichts furchtbares, nur die Vorstellung davor’ oder ‘Betrachte den Tod von allen Seiten und sieh, wie er nicht beisst’ (Epiktet), ‘Wir sterben täglich, sowie die Zeit vergeht’ und ‘Denke ständig an den Tod, um ihn niemals zu fürchten’ (Seneca), ‘Der Tod ist natürlich und was natürlich ist, kann nicht schlecht sein’ (Mark Aurel). Die Gelassenheit und Ruhe im Angesichts des Todes ist für all diese Autoren ein Zeichen charakterlicher Stärke. Die Texte scheinen darauf ausgerichtet, den Leser:innen die Angst vor dem Tod abzutrainieren. Mir würde ein solches Training von Zeit zu Zeit wahrscheinlich ganz guttun.

Wenn ich aber an die Angst denke, die mir aus dem Krankenhausbett entgegenquoll und die zarte Person darin fast erdrückte, oder auch an meine Grosseltern, deren Tage schon lange bestimmt sind von Vergessen, Einsamkeit, Verlust, Schmerzen und ihrem tapferen Damit-Leben, dann kommen mir diese Anweisungen, Hilfestellungen oder Gedankenanstösse zum Umgang mit dem Tod plötzlich ganz und gar unpassend vor. Meine Grosseltern sind in keiner aussergewöhnlichen Lage und auch meine Bekannte aus dem Krankenhaus war es nicht. Sie altern und leben dem Tod ganz deutlich entgegen. Ich denke das ist es, was Sterben hier und heute für viele bedeutet.

Als stolze Philosophen gehen unsere antiken Autoren davon aus, dass durch eine gute (heisst philosophische) Lebensführung der Geist frisch und lebendig bleibt, auch wenn der Körper im Alter verfällt. In der Kontrolle über unseren Geist liegt der Schlüssel zur gepriesenen Gelassenheit, auch im Moment des eigenen Todes. Das mag durchaus überzeugen, wenn man bedenkt, dass beispielsweise Mark Aurel viele Jahre im Feldlager unter Soldaten verbrachte, die in Kampfsituationen und unter Lebensgefahr nicht in Panik geraten durften, um anständig weiterkämpfen zu können. Was aber, wenn unser Geist, genau wie unser Körper, im Alter zerfällt und es gar nicht darum geht, die Todesangst zu besiegen, sondern vielmehr diesen Zerfall, dieses Sterben auszuhalten? 

Und woher kommt eigentlich die Idee, das Sterben etwas sei, das einzelne, also durch ihren Körper begrenzte Menschen betrifft? Das solche geschrumpften Individuen alleine mit Sterben und Tod fertig werden können und müssen? Für all jene, für die Sterben alt werden bedeutet, bedeutet Sterben, immer abhängiger zu werden. In ihrer Mobilität, in ihrem Ausdrucks- und Orientierungsvermögen, in ihrer Selbstkontrolle und ihrer Entscheidungsfähigkeit. 

Innerhalb einer Lebensspanne können wir uns vielleicht zeitenweise der Illusion hingeben, nur auf uns selbst angewiesen zu sein, auf unseren gestärkten Körper, unseren geschärfte Geist oder beides. Wahrscheinlich gibt es tatsächlich Phasen oder Situationen, in denen wir als solches auf den eigenen Körper begrenztes Individuum gut funktionieren. Eine solche Individualität kann von Vorteil sein. Den grössten Teil unseres Lebens aber, denke ich, sind wir Teil grösserer Verbünde, bewegen uns in einem – mal besser mal schlechter abgestimmten – Rhythmus mit anderen.  So wie sich meine rechte Hand immer in Verhältnis zu meiner linken Hand befindet, die Bewegungen meines rechten Fusses jene meines linken Fusses bestimmten, so sind auch meine Entscheidungen und Handlungen in das Verhalten der Menschen und Dinge um mich herum eingebettet. Oft geschmeidig, manchmal fahrig und stolpernd. Warum also soll genau in Zeiten der sich verstärkenden Abhängigkeit der Fokus auf dem Individuum liegen, und nicht auf dem Verbund? 

Für jene, für die Sterben altern bedeutet, bedeutet Sterben zuzusehen, wie das Augenlicht schwindet, zuzuhören, wie alles leiser und leiser wird, zu spüren, wie die Hände, einst sicher und fest, ins Leere greifen. Und die Erinnerung, dass es Zeiten gab, in denen Vergessen nicht alles war. Schmerzvolle und beschwerliche Veränderungen. Für viele von uns werden Zeiten kommen, in denen wir Augen brauchen, die für uns sehen, wenn sich unsere Sicht verdunkelt; Ohren, die für uns hören; Hände, die die unseren führen; Münder, die unsere Sätze füllen, wenn wir wortlos bleiben; ruhige Stimmen und sanfte Arme, die uns halten, wenn wir uns verlieren und in Panik durch die Jahrhunderte stürzen. Wir verästeln uns, werden grösser und grösser, bis wir irgendwann ganz verschwunden sind. Schmerzvolle und beschwerliche Veränderungen.

                                                                                                                                                                                         Zürich, Anna Morawietz

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